Portugal – 2 Wochen entlang der wilden Westküste
Portugal

Gen Westen. Immer weiter westwärts – bis „ans Ende der Welt“, wie man früher glaubte. Oder zumindest bis dorthin, wo das europäische Festland endet. Eine zweiwöchige Mietwagenrundreise führte unsere Reiseexpertin Claudia von Lissabon entlang der rauen Atlantikküste bis nach Porto – und beschenkte Sie mit unvergesslichen Eindrücken.
Ein Land das lange in Erinnerung bleibt
Es sind nicht nur die Landschaften, die begeistern, sondern vor allem die Menschen: herzlich, offen, authentisch. Dazwischen entfalten sich Naturkulissen von beeindruckender Vielfalt – etwa bei einer Wanderung über die spektakulären Paiva Walkways oder beim Eintauchen in die geheimnisvolle Welt der Quinta da Regaleira in Sintra. Der begehbare Initiationsbrunnen, einst von einem Freimaurer erbaut, wirkt dabei wie ein Portal in eine andere Zeit – voller Symbolik, Mystik und leiser Faszination.

Portugal erzählt seine Geschichte auf ganz eigene Weise. In prachtvollen UNESCO-Weltkulturerbestätten, in verwitterten Mauern und vor allem in den kunstvollen Azulejos, die – meist in Blau und Weiß – ganze Fassaden schmücken und Geschichten lebendig werden lassen.
Beim Flanieren durch Städte wie Lissabon, Porto oder Guimarães wird Geschichte spürbar. Wir verlieren uns in engen Gassen, kosten uns durch die portugiesische Küche – von deftiger Francesinha über süßen Pastéis de Nata bis hin zu einem Glas Portwein – und bestaunen Burgen, Kirchen und Paläste. Guimarães, die „Wiege Portugals“, erzählt dabei von den Ursprüngen des Landes. Und während Lissabon mit jugendlicher Leichtigkeit pulsiert, begegnet uns Porto mit würdevoller Eleganz – stolz, majestätisch und als „unbesiegte Stadt“ tief in seiner Geschichte verwurzelt.
Wilde Natur und ursprüngliche Erlebnisse
Doch es ist auch die Natur, die diese Reise prägt: ursprünglich, kraftvoll und überraschend vielfältig. Die Douro-Mündung lockt als Paradies für Vogelbeobachter, der Parque Natural de Arrábida begeistert mit seiner Artenvielfalt – und mit etwas Glück zeigen sich sogar Delfine. Vor der Küste von Peniche liegen die Berlengas-Inseln, ein geschütztes Naturjuwel, das täglich nur wenigen Besuchern zugänglich ist. Und dann ist da noch Nazaré – weltberühmt für seine gigantischen Wellen, die im Winter Höhen von bis zu 30 Metern erreichen und Surfer aus aller Welt anziehen.

Endlose Sandstrände, dramatische Steilküsten und Sonnenuntergänge, die den Himmel in warme Farben tauchen, runden das Bild ab. Selbst im Sommer bleibt der Atlantik erfrischend kühl – selten wärmer als 21°C Grad – und erinnert daran, dass hier die Kraft des Ozeans allgegenwärtig ist.
Was bleibt nach zwei Wochen? Ein Gefühl, das die Portugiesen „Saudade“ nennen – eine tiefe, schwer greifbare Sehnsucht. Die Sehnsucht nach Momenten, nach Orten, nach diesem ganz besonderen Lebensgefühl. Eine Reise, die bleibt. Und die gleichzeitig den Wunsch weckt, zurückzukehren.
„Muito obrigada, Portugal!“
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